Divinity Original Sin II

Divinity: Original Sin 2

Übersicht

Aussagen wie: "Da hätte ich den Kopf doch nicht essen sollen, blöd gelaufen" oder "Der Spielzeughändler lässt mich nicht in sein geheimes Zimmer, der is warscheinlich böse also werde ich ihn schnell umbringen und all seine Sachen klauen" sind bei Divinity: Original Sin 2 an der Tagesordnung.

 

Die ziemlich beste Umsetzung von einem Pen&Paper Game àla D&D zu einem Videospiel ist für mich ohne Zweifel die Divinity: OS reihe. Der erste Ableger hat schon unglaublich gute Dienste geleistet, der zweite verfeinert diese nochmal.

 

Man wird bei Divinity in eine Welt geworfen, in der man wirklich viel machen kann, was man sich vorstellt. Die Wache lässt einen nicht in das Gefängnis zu dem NPC den man dringend befragen muss? Den Schlüssel klauen, die Wache umbringen, das Schloss knacken, die Tür zerstören, den Gefangenen aus der Zelle teleportieren. Das sind nur wenige der vielen Möglichkeiten, die das Spiel bietet.

Struktur und Inhalt

Wenn ich an Divinity denke, so kommt mir nur ein Wort in den Sinn: gute Unterhaltung. Ja gut, das war fast ein Wort. Aber für dieses Spiel reicht ein Wort einfach nicht. Es hat so viel zu bieten, es kann einem nicht langweilig werden.

Zwerge feiern eine Hochzeit aber wollen mich nicht reinlassen?Ich kann mich als Zwerg ausgeben und versuchen zu lügen, dass ich das Brautpaar kenne. Wenn ich genug Punkte in Überzeugung habe, sollte mich der fiese schauende Türsteher reinlassen. Wenn das nicht klappt, gibt es noch dutzende andere Möglichkeiten. Dabei ist "dutzende" ist fast noch untertrieben.

 

Andere anlügen, bestechen oder beklauen ist an der Tagesordnung. Ich hätte echt gern die Truhe von dem Magier in seinem Haus, also baue ich mit Kisten die ich woanders gefunden habe eine Wand, sodass er mich nicht sieht wie ich sein Eigentum stibitze. Das Diebesgut kann ich einem anderen Charakter schicken, der auf einem Schiff wartet. So kann mich der Magier ruhig durchsuchen bevor ich seine Wohnung verlasse, da seine Gegenstände weit weg sind.

 

Wenn diese ganzen Freiheiten und Möglichkeiten mit einer spannenden, fesselnden Story und unzähligen Nebenquests gepaart werden kann man nur eins bekommen: eine verdammt gute Zeit.

Soweit ich mich erinnern kann, ist keine der Nebenquests langweiliges Füllmaterial wie "Hol mir 5 Wolfsfelle, dann bring sie meinem Bruder der wo ganz anders wohnt, der dann 7 Wolfsherzen braucht" sondern eher eine eigenständige, Interessante kleine Geschichte.

 

Zahlreiche Rätsel dürfen in einem richtigen RPG natürlich auch nicht fehlen, und Divinity 2 hat wirklich clevere und ausgefeilte Puzzles zu bieten.

2 Kühe die mich auf der Weide ansprechen (wenn ein Charakter die Fähigeit hat, mit Tieren zu reden) und mir erzählen, sie seien von der bösen Hexe verflucht worden und wirklich meine Hilfe brauchen, da sie eigentlich Magier sind. Wenn man das Haus der Hexe durchsucht, findet man noch weitere Verknüpfungen die gut in die Story dazupassen, dazu noch das Rezept für den Trank und noch ein Auge der Hexe. Wird mitgenommen, könnte vielleicht eines Tages zu etwas zu gebrauchen sein. Will man den Kühen jetzt helfen oder behält man das Geheimnis für sich?

 

Das war nur eine von unzähligen Quests, die einen in Divinity: Original Sin 2 begegnen. Dazu kommen noch Wahnsinnig lustige Dialoge, welche sogar gesprochen sind.

 

Ein gutes Kampfsystem, das rundenbasiert mit Aktionspunkten funktioniert. Jede Aktion kostet Punkte. Angreifen, giftige Fässer schmeissen oder seinen Verbündeten Items geben sind alles Aktionen. Dutzende Ausrüstungsgegenstände, welche sichtbar unterschiedlich aussehen, verleihen der Abenteuergruppe das bestimmte einzigartige. Ich denke meine Untote Echse (ja, das ist eine spielbare Rasse, welche Immun gegen Gift ist und von Heiltränken schaden bekommt) sieht aus wie ein alter König aus Ägypten.

 

Es treten manchmal einige Bugs auf, wie hier zu sehen das beide Aktionsleisten übereinander gezeigt werden. Einmal war das Ende einer Quest verbuggt und konnte nicht abgeschlossen werden, was ziemlich schade ist, da dieser fehler seit Monaten bekannt ist. Hoffentlich behebt Larian Studios solche Fehler in der zukünftigen "Special/Gold/Irgendwas" Edition.

 

Seiner Fantasie sind bei Divinity: Original Sin 2 wirklich wenig Grenzen gesetzt. Man kann seinen Charakter so gestalten wie man will, ihm die Fähigkeiten geben die man gerne hätte. Bei jedem Level-Up gibt es ein paar Punkte zum verteilen, die man besser gut überlegt wählt. Niemand kann alles perfekt beherrschen, deswegen sollte seine Gruppe gut aufeinander abgestimmt sein.

 

Neben dem normalen Story-Modus gibt es den Gamemaster-Modus, in dem man sich selber Abenteuer überlegen kann und diese auf eigen erstellten Maps spielt, welche man auch noch bearbeiten kann(welches Level ist der Gegner, welche Waffen hat er, warum ist er hier...).

D&D in einem Videospiel dargestellt, sozusagen. Es ist anfangs zwar ziemlich aufwändig, aber möglich ganze Kampagnen darzustellen.

So hat Larian Studios als Veranschaulichung die D&D Kampagne "The Lost Mines of Phandelver" in dem Gamemaster Modus erstellt.

Fazit

Mit Divinity: Original Sin 2 greift man einfach in die richtige Schüssel, wenn einem Rollenspiele und Spaß gefallen. Meiner Freundin, welcher Spiele mit rundenbasiertem Kampfsystem überhaupt nicht gefallen, gefällt Divinity super gut, da die Implementierung einfach sauber erfolgt ist.

Das Spiel lässt sich sehr gut anschauen und sieht, beim reinzoomen, einfach übertrieben detailiert und toll aus.

Die Musikgestaltung ist überwiegend gut und passend, nur fehlen mir hier mehr Eyecatcher, an die ich Tagelang denke und die wirklich im Gedächtnis bleiben.

Divinity spielt sich sehr flüssig und intuitiv.

Einzig der Wiederspielwert bekommt nicht so viele Punkte, da ich im Grunde weiß, wohin sich die Story entwickelt, und nur meine Entscheidungen einige kleinigkeiten verändern.

 

Meine Bewertung für Divinity: Original Sin 2 setzt wie folgt zusammen:

Story

8/10

Grafik

8/10

Sound

7/10

Gameplay

7/10

Wiederspielwert

5/10

 

7 / 10